Die (E)X-Files

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Zum Abschluss unserer Herbstferien (welche fast zu herbstlich für mich waren), konnten wir am Samstag noch Kindergeburtstag feiern. Auf Wunsch der Kinder machen wir das im Moment so, dass wenn es vom Tag her klappt, die Kinder jeweils den halben Tag bei Mama und den anderen halben Tag bei Papa verbringen – so können Sie mit beiden Elternteilen feiern. Das Kinderfest findet dann an einem anderen Tag statt. So weit so gut.

Bei solchen Anlässen tue ich mir immer noch manchmal schwer die Kinder zu meinen Ex-Mann zu bringen. Ich weiss nicht recht ob es das schlechte Gewissen ist (eine gute Muter sollte doch den ganzen Geburtstag mit ihren Kindern verbringen) oder ob es manchmal so eine Art unbewusster „Machtkampf“ ist (bei wem ist das Feiern  wohl schöner) oder ob es ganz einfach darum ist, weil man eben an speziellen Tagen mehr Erinnerungen von früher hat (wie war das früher, als wir noch verheiratet waren). Natürlich weiss ich, dass das alles Blödsinn ist und ich einfach nur froh sein kann, dass die Kinder trotz allem mit beiden Elternteilen eine gute Beziehung haben.

Wenn die Kinder dann aber nach Hause kommen und erzählen wie es beim Papa war, dann weiss ich auch nie so richtig wie ich mich genau verhalten soll. Ich freue mich natürlich, dass sie es schön hatten aber so richtig in Gang kommt so eine Unterhaltung dann nicht. Nachfragen wer da war und was gegessen und gespielt wurde usw. will ich nicht ,weil ich die Kinder nicht „ausfragen“ will und Ihre Erzählungen bringen eben doch oft alte Erinnerungen wieder hoch – was nicht immer nur angenehm ist.

Zum Wohle der Kinder lasse ich mir dies und noch viele andere Dinge natürlich nicht anmerken. Ich verabschiede sie wie immer und wünsche Ihnen viel Spass bei Papa und sage, dass ich mich freue, wenn sie es dort gut haben und wenn sie glücklich wieder nach Hause kommen – was ja auch stimmt.

Trotzdem ist es eben wirklich so, dass wenn man Kinder mit jemandem hat, so eine Trennung nie wirklich richtig getrennt ist – irgendwie kommen da immer wieder Dinge von Früher mit ins Spiel (und sei es nur, dass die Kinder dem Papa vom Aussehen her ähnlich sind oder ähnliche Angewohnheiten haben).

Um solche Situationen gut zu meistern und zum Besten der Kinder, finde ich es wichtig, sich bewusst darüber Gedanken zu machen, wie man sich  verhalten möchte und was man den Kindern damit zum Ausdruck gibt.

Ich glaube dazu könnte ich mir in meinem Tagebuch ein paar Extraseiten mit dem Titel die Ex-Files anlegen:) Das wird dann wohl noch lange eine Work in progress sein…..

 

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