Konsequent um jeden Preis??

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Muss man in der Erziehung seiner Kinder wirklich um jeden Preis konsequent sein? Ich bin mir nicht sicher, ob das immer so sinnnvoll ist. In fast keinem Erziehungsratgeber oder in keiner Elternzeitschrift habe ich nicht schon gelesen wie wichtig es ist, dass wir IMMER und zu JEDER Zeit konsequent handeln. Trotzdem fällt es mir oft schwer und ich glaube, dass ich nicht die Einzige bin. Sicher ist es nicht gut Dinge anzudrohen die dann nie eintreten – aber Dinge androhen ist schon von vornherein nicht wirklich was ich tun möchte.

Oft schon habe ich beobachtet, dass Eltern bei dem Versuch konsequent zu sein, Dinge tun, die das Kind wirklich sehr verletzen, die Wut oder Enttäuschung und Schamgefühle in dem Kind wecken.

Gerade bei dem Beispiel mit den Hausaufgaben über das ich schon berichtet habe, fühlte ich mich oft schlecht dabei, meine zuvor aufgestellte Regel „Die Hausaufgaben werden nach dem Mittagessen erledigt und sonst wird nicht gespielt oder abgemacht“ einzuhalten. Ich meine, auch wenn die Kinder dann schlussendlich gehorchen und die Hausaufgaben dann machen, wenn ich es Ihnen sage – sich dabei jedoch wütend, wertlos oder nicht geliebt vorkommen – ist es dann richtig weiterhin auf dieser Spur zu fahren?

Für mich fühlte sich das nie wirklich richtig oder liebevoll an. Auch wenn meine Kinder durch meine Regeln und Konsequenzen vielleicht mehr schulischen Erfolg hätten (was ich sowieso bezweifle), sich aber nicht wohl und geborgen fühlen dabei, was haben diese Schulnoten dann für einen Wert?

Deshalb ändere ich manchmal lieber die Regeln als um jeden Preis konsequent zu sein. Wenn wir uns allerdings gemeinsam auf Regeln geeinigt haben, die auch die Kinder für sinnvoll finden und es dann trotzdem Theater gibt, dann setze ich mich schon durch. Eben zum Beispiel mit den Hausaufgaben.

Wenn wir zusammen abgemacht haben, dass diese bis spätestens 20 Uhr gemacht sein müssen, dann  ist das so. Die Konsequenz wäre sonst, dass die Kinder am nächsten Tag ohne Hausaufgaben in die Schule gehen müssten und eine Strafe der Lehrperson riskieren. Bis jetzt ist es einmal vorgekommen, dass eins der Kinder am Morgen 15 Minuten früher aufgestanden ist, um noch die Aufgaben fertig zu machen, die am Tag vorher liegen geblieben sind.

Ich glaube wichtiger als Konsequenz um jeden Preis ist es, unsere Kinder so zu lieben, dass sie sich dessen zu jeder Zeit ganz sicher sind.

Obwohl ich es gut finde Bücher und/oder Zeitschriften über Erziehung zu lesen, so finde ich doch, dass zum Schluss jeder seinen eigenen Weg finden muss. Jede Familie, jedes Kind und jede Situation ist so verschieden. Ich habe mir zwar schon viele Tipps und Ideen von verschiedenen Quellen geholt, aber zur Not vertraue ich immer auf meinen natürlichen Instinkt.

Allerdings finde ich schon, dass es gewisse Dinge gibt, die geradezu nach Strenge schreien. Beim Zähneputzen oder so, liess ich nie mit mir diskutieren. Zum Beispiel nicht: Wenn du die Zähne nicht putzt, gibt es keine Gute Nacht Geschichte. Sondern einfach die Zähne werden geputzt – BASTA. Keine Konsequenz, weil es keine Alternative gibt:) Ich bin da streng wo es sein muss aber nicht den ganzen Tag und je älter die Kinder werden, desto weniger solcher Dinge gibt es bei uns im Alltag. Gewisse Dinge sind dann einfach klar.

Irgendetwas werde ich sowieso falsch machen, soviel ist eh klar. Die „perfekte“ Mutter gibt es genauso wenig wie die „perfekten“ Erziehungsmethoden. Und irgendwie haben wir wahrscheinlich alle irgendwelche Defizite aus Kindertagen – ganz egal was unsere Eltern getan oder eben nicht getan haben. Zu viel Aufmerksamkeit oder zu wenig? Zu viel Freiraum oder nicht genug oder eben zu streng durchgesetzte Konsequenzen oder gar keine?

Ich habe mal gehört, dass Eltern wie eine „Wirbelsäule“ sein sollten. Stabil, verlässlich und doch flexibel genug um auf  Unvorhergesehenes zu reagieren.

Wie seht Ihr das? Seid ihr immer und um jeden Preis konsequent mit euren Kindern? Oder ändert Ihr auch zur Not schon mal die Regeln?

 

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