Lebensschule Warteschlange

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 Foto: eschipul

Folgende Situation: Ich stehe mit meinen Kindern in einer endlosen Schlange an der Kasse, natürlich sind alle anderen Kassen geschlossen. Nachdem die Leute langsam nervös werden, ruft die Kassiererin ihre Kollegin um Hilfe und die Kasse nebenan geht auf. Und dann passiert es – die Leute die vorher hinter uns in der Reihe gewartet haben, stürmen wie auf Kommando nach vorn, um auch ja einen Platz weiter vorne in der neuen Schlange zu ergattern.

Eines meiner Kinder fragt mich: Mama, warum tun die das? Wir waren doch eingentlich vorher dran? Naja, jetzt hätte ich auch sagen können, „das erklär ich dir dann im Auto“. Hab ich aber nicht. Ich erkläre also, dass es nicht sehr anständig ist sich vorzudrängen und dass ich es auch respektlos gegenüber den anderen finde – natürlich in der richtigen Lautstärke, damit es die die es angeht auch wirklich hören. Schlimm finde ich es besonders, wenn sich Mütter mit Kinder vordrängen – was soll das denn bitte für ein Vorbild sein?

Wir wünschen uns doch alle Kinder, die das Richtige tun auch wenn keiner hinsieht. Damit das klappen kann, nützen aber keine Vorträge und auch keinen endlosen Erklärungen warum wir dieses und nicht jenes tun sollten. Stattdesen sollten wir uns alle ein bisschen mehr darauf achten, wie wir uns im Alltag verhalten.

Im Bus aufstehen um einer älteren Person Platz zu machen, anderen Leuten nicht absichtlich den Parkplatz vor der Nase wegschnappen, sich bücken wenn jemandem etwas heruntergefallen ist oder eben sich an der Kasse nicht vordrängen….auch nicht, wenn man es ausnahmsweise ganz eilig hat – das alles ist nicht altmodisch, sondern lehrt unsere Kinder wie man sich anderen gegenüber respektvoll verhält.

Es gibt so viele solcher kleiner „Lernmomente“ im Alltag. Nutzen wir sie doch bewusst. Wenn ich etwas beobachte, was ich nicht ok finde, dann frage ich auch mal meine Kinder: Habt ihr das gesehen? Wie findet ihr das? So entstehen bei uns manchmal richtig gute Diskussionen, die dann auch direkt aus dem Leben sind und nicht einfach künstlich aufgegriffenes Gesprächsmaterial.

 

 

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