Scheidung mit Kindern – so klappt es auch mit dem Ex

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Meine eigene Scheidung ist mittlerweile schon unglaubliche 3-einhalb Jahre her. Wenn ich daran denke, kommt es mir vor als wäre es erst gestern passiert. Die Erinnerungen an diese Zeit sind immer noch ganz schlimm und ich wünsche niemandem durch so eine emotional aufreibende Zeit gehen zu müssen. Die Kinder waren damals knappe 7 und 10 Jahre alt.

Das allerschlimmste war das Gefühl, dass die Kinder wegen mir leiden müssen – das Gefühl als Mutter komplett versagt zu haben.

Aber so schwierig es damals war, so gut haben wir es nun zu dritt. Viele Bedenken erwiesen sich als überflüssig. Der Schulwechsel verlief sehr gut und das Einleben am neuen Ort auch.

Was sich anfangs schwierig darstellte, war logischerweise weiterhin die Beziehung zum Vater der Kinder. Denn ganz egal ob getrennt, geschieden oder was auch immer – er ist und bleibt der Vater der Kinder und somit auch ein Teil meines Lebens. Mittlerweile klappt aber alles ziemlich gut und auch eine normale Kommunikation ist wieder möglich – wenigstens manchmal:)

Nur um sein eigenes Recht durchzusetzen, lohnt es sich meiner Meinung nach wirklich nicht auf Boshaftigkeiten oder Spielereien des anderen einzugehen. Ich habe Freundinnen die sich schon lange vor mir vom Vater der Kinder getrennt haben und heute noch nicht geschieden sind – weil beide auf ihrem Recht beharren und sich ständig streiten.

Meine Familie und auch Freunde verstanden mein Verhalten oft nicht und ich bekam viele Tipps, die sicher gut gemeint waren aber mir gar nicht halfen. In Internetforen stiess ich auch oft auf  Meinungen, die ich zwar nachvollziehen konnte, aber meiner Meinung nach der Situation insgesamt gar nicht dienlich waren.

Deshalb hier meine goldenen Do’s und Don’ts für Trennungen mit Kindern!

Don’t:

Nicht auf Böswilligkeiten des anderen eingehen

Wenn die Kinder sagen „Mama wenn du bei Papa anrufst, dann macht sein Handy wie ein Huhn, weil du ja ein dummes Huhn bist“, dann reagiere ich nicht darauf. Wenn er sie entgegen der Abmachungen am Sonntagabend zu spät zu mir bringt und die Hausaufgaben noch nicht gemacht sind, dann helfe ich den Kindern eben und wir gehen ausnahmsweise etwas später ins Bett – aber ich gehe nicht auf die offensichtliche Provokation ein.

Gerade in diesem Punkt wurde ich oft kritisiert, es hiess ich liesse mir auf der Nase herumtanzen und würde mich nicht zur Wehr setzen. Ich kann euch nur sagen Leute – langfristig, habe ich so mein Ziel erreicht!

Vor den Kindern den Ex-Partner nicht schlecht machen

Es gibt mehr als genug Situationen in denen es ganz leicht wäre etwas schlechtes über den Vater zu sagen. Manchmal haben vielleicht sogar die Kinder Streit mit dem Vater reden bei mir schlecht über ihn, auch da gehe ich nicht darauf ein, sondern versuche wo immer möglich zu schlichten.

Do:

So viel wie irgendwie machbar ist, auf die Wünsche des Ex eingehen

Egal ob es darum geht wann die Kinder zum Vater gehen oder sonstige komischen Extrawünsche, wie z.B „die Kinder sollen keine Kleidung bei ihm im Haus haben“, ich gehe auf alle Wünsche ein, die irgendwie für mich machbar sind. Dann packe ich eben jedes Mal eine Tasche mit sauberen Kleidern, je nach Anlass was sie vorhaben und bekomme eine Tüte mit den schmutzigen Kleidern zurück. Auch wenn es keinen Sinn macht und irgendwie unpraktisch ist – einfach Ja sagen – irgendwann merkt er es selber und wenn er dann die Änderung vorschlägt, hat er das Gefühl die Idee kommt von ihm!

Den Ex zu jeder Zeit so behandeln wie man selber behandelt werden möchte

OMG – das war der härteste Broken überhaupt! Ich darf nicht vor dem Haus parkieren wenn ich die Kinder bringe, weil der Parkplatz jetzt schliesslich nicht mehr mir gehört? Macht nichts, dann parkiere ich eben auf der anderen Strassenseite. Wenn er die Kinder zu mir bringt, frage ich trotz allem „möchtest du reinkommen, noch etwas trinken, die Kinderzimmer sehen, etc?“. Daraufhin gab es natürlich jedes Mal einen nicht sehr netten Kommentar aber ich versuchte mich wirklich wann immer möglich so zu verhalten, wie ich es mir von ihm gewünscht hätte.

Ich halte es ganz wie Mahatma Ghandi:

 

Auch wenn es mich oft meine gesamte Selbstbeherrschung gekostet hat und ich mir auf der Nase herumtanzen liess – es hat sich gelohnt. Heute drei Jahre später, klappt fast alles super gut!

 

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