Schuldgefühle adé

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Jetzt muss ich einmal etwas loswerden worüber ich mich bei mir selber total ärgere.

Egal was mit den Kindern nicht gerade so läuft, wie es meiner Meinung nach sollte, fängt meine innere Stimme sofort an mir Gründe aufzuzählen warum ich daran Schuld bin.

Ganz egal um was es geht oder was gerade passiert ist, ein schlechtes Gewissen scheint mein ständiger Begleiter zu sein. Obwohl ich rein vom Bewusstsein her weiss, dass das natürlich Blödsinn ist und ich unmöglich für alles Verantwortlich sein kann, schleichen sich diese negativen Selbstgespräche wie von selbst wieder ein. Das fühlt sich schlecht an und ich mache mir Vorwürfe deswegen.

Ob die Kinder in der Schule bei irgendetwas Mühe haben, schlechte gelaunt oder traurig sind, mit einem Freund Streit haben oder unordentlich mit ihren Sachen sind – bei allem finde ich sofort Gründe was ich falsch gemacht haben könnte. Ja wirklich, Mutter sein eignet sich für Schuldgefühle sehr gut. Es gibt so viele Idealvorstellungen welche täglich mit der Realität in Konflikt geraten. Ständig kann man sich und sein Verhalten selber in Frage stellen: war ich zu hart oder zu nachgiebig, habe ich ihnen zu wenig Zeit gewidmet, hätte ich nicht schimpfen sollen oder habe ich ihre Gefühle nicht richtig verstanden?

Dabei will ich ja gerade verhindern, dass meine Kinder eine solche kritische innere Stimme entwickeln und habe nicht mal meine eigene im Griff! Dabei bin ich Lehrerin für Autogenes Training und wüsste eigentlich wie man dem inneren Nörgler begegnen muss und zudem lese ich tonnenweise Bücher über das Thema – kenne mich also eigentlich gut aus.

Das Problem ist wie so oft, dass nur weil man etwas intellektuell begriffen hat, man es noch lange nicht verstanden hat. Ausserdem ist es oft viel einfacher Lösungen für Problem bei anderen zu sehen als bei sich selber.

Mein selbstauferlegtes „Programm“ für mich sieht also in Zukunft unter anderem vor, dass ich „Love Notes“ an mich selber schreibe:) Ja ja, ich weiss das hört sich vielleicht im ersten Augenblick komisch an aber ich meine es genau so.

Sich selber zu verzeihen, sicher selber zu als wertvoll anzusehen und sich selber so lieben lernen wie man ist – ich denke, das ist eine grosse Lebensaufgabe für die meisten von uns, mich eingeschlossen. Mir fällt es viel leichter allen anderen zu verzeihen als mir selber und ich muss mich bewusst und immer wieder auf meine guten Seiten aufmerksam machen. Dies will ich so angehen

1. Einmal pro Tag 3 Dinge in mein Tagebuch schreiben, die ich heute gut gemacht habe und auf die ich stolz sein kann.

2. Jedes Mal wenn ich in den Spiegel schaue, mir selber in die Augen sehen und sagen: Heidi, ich liebe dich so wie du bist. Und es auch wirklich meinen!

3. Ich werde mir ein paar weiter Affirmationen aufschreiben und an gut sichtbaren Orten aufhängen, damit ich mehrmals am Tag darüber „stolpere“ um mich daran zu erinnern, dass ich und alles in meiner Welt gut so ist wie es eben ist. Zum Beispiel:

– Ich tue mein Bestes und jeder Tag wird einfacher.

– Es ist in Ordnung Fehler zu machen.

– Ich liebe und akzeptiere mich und mein Leben wird von Tag zu Tag besser.

– Ich bin in Frieden mit meinen Gefühlen und Empfindungen.

– Liebevoll löse ich mich von der Vergangenheit und richte meine Aufmerksamkeit ganz auf den heutigen Tag.

– Das Leben liebt mich und ich liebe das Leben.

Dies sollte vorerst mal reichen. Schliesslich will ich mich selber nicht auch noch Überfordern, nur damit ich dann scheitern kann und mich wieder schlecht fühle deswegen:)

Stehe ich alleine da mit diesen Gefühlen nicht zu genügen oder kennt die jemand von euch auch? Was tut ihr, wenn solche Empfindungen in euch aufsteigen?

 

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